Die Vermittlung nach Belgien – vom Angestellten zum Unternehmer.

In Europa ist Belgien eines von zwei Ländern wo das so genannte „Amerikanische Medizinische Model“ vorherrscht. Allerdings nur im niederländisch-sprachigem Teil von Belgien.

Das bedeutet, dass in allen allgemeinen Krankenhäusern die Fach-, Ober-, Chefärzte in den einzelnen Fachbereichen nicht als Angestellte beschäftigt sind, sondern als eigenständige Unternehmer niedergelassen sind, die sich in einer MVZ vereinigt haben. In Belgien nennt man das eine „Assoziation“.

Zur Verdeutlichung benutzen wir gerne folgendes Beispiel: Die Gynäkologen eines Krankenhauses in Ost-Antwerpen haben sich zusammen getan und formieren die

„Assoziation Gynäkologen Ost Antwerpen“

Diese Assoziation hat feste Verträge mit dem Krankenhaus, in dem sie tätig ist und mietet die Räumlichkeiten dieses Krankenhauses an. Das Pflegepersonal oder andere unterstützende Arbeitskräfte arbeiten im Lohndienst des Krankenhauses. Ausschließlich die Mitglieder der Assoziation sind selbstständige Unternehmer. Manchmal haben Ärzte aus bestimmten Fachbereichen neben ihrer Tätigkeit im Krankenhaus zusätzlich eine Praxis in ihrem Wohnhaus, wo sie eigene Privatversicherte oder selbst zahlende Patienten behandeln.

Die Geschäftsführung des Krankenhauses in der die Assoziation tätig ist, hat keinen Einfluss darauf, wer neu eingestellt wird. Oft wird allerdings nach ihrer Meinung gefragt und in guter Zusammenarbeit eine Entscheidung getroffen.

Die Bezeichnungen Oberarzt oder Chefarzt werden eigentlich nicht benutzt. Eher spricht man von einem „langjährigen Mitglied einer Assoziation“. Natürlich gibt es auch in Belgien hierarchischen Strukturen. Diese sind aber weniger ausgeprägt als in Deutschland. Der Fokus liegt viel mehr auf der gemeinsamen und leistungsorientierten Zusammenarbeit der Assoziation.